Jugend- und Protestbewegungen

Jugend- und Protestbewegungen
in Senegal und Burkina Faso

In Kooperation mit der Rosa Luxenburg Stiftung Hamburg

 

2015/16 stehen in mehreren afrikanischen Ländern Wahlen an, bei denen Präsidenten versuchen, ihre Amtszeit per Verfassungsbruch zu verlängern. Die Protestbewegungen gegen diesen Machtmissbrauch werden nicht nur von oppositionellen Parteien, Gewerkschaften und NGOs getragen, sondern auch von MusikerInnen, Rappern, Theater- und Filmschaffenden.

Im Senegal trug die Jugendbewegung „Y’en a marre“, auf deutsch „Jetzt reicht’s!“, durch tagelange Massenproteste entscheidend zur Niederlage des damaligen Präsidenten Abdoulaye Wade bei, der verfassungswidrig eine dritte Kandidatur anstrebte.

Im Oktober 2014 sind große Teile der Bevölkerung Burkina Fasos gegen ihren 27 Jahre amtierenden Diktator Blaise Compaoré auf die Straße gegangen, als er gegen die geltende Verfassung eine weitere Amtszeit durchsetzen wollte. Die Folge war seine Vertreibung und Entmachtung. Die DemonstrantInnen nennen sich „Balai Citoyen“, der „Bürgerbesen“.

Auch wenn Afrika im wirtschaftlichen Aufschwung begriffen sein mag, ist dennoch offensichtlich, dass die Mehrheit der Jugendlichen weiterhin mit schwierigen sozioökonomischen Bedingungen konfrontiert ist. Viele junge Afrikaner befinden sich in einem „Zustand des Wartens“. Den meisten bleibt auf Grund von Arbeitsplatzmangel, schlechter Regierungsführung und ungerechten internationalen Handelsbeziehungen die Möglichkeit verwehrt, zu wirtschaftlich unabhängigen Erwachsenen zu werden.

So machen sich viele Jugendliche – unterstützt von ihren Familien – auf den gefährlichen Weg nach Europa. Aber immer mehr Jugendliche wollen trotz der schwierigen Bedingungen bleiben, nicht tatenlos warten, sondern sich zunehmend politisch engagieren. Dabei nehmen die Rapper und KünstlerInnen eine führende Rolle ein.

Sie fordern die Jugendlichen auf zu bleiben, für demokratische Rechte zu kämpfen und die gewählte Regierung zu kontrollieren.

Am 06.11. zeigen wir ab 20 Uhr zwei Filme, die die Situation in Senegal und Burkina Faso beleuchten. In den Diskussionen mit unseren Gästen greifen wir auch die aktuelle Entwicklung in Burkina Faso auf.

BOY SALOUM

Dokumentarfilm, Senegal / Frankreich 2013, R.: Audrey Gallet, OF frz. / Wolof, engl. UT, 74 Min.

In Anwesenheit des Rappers und Politaktivisten Thiat
LE TRAJECTOIRE D’UN PEUPLE. LE BURKINA FASO –
Revolution mit bloßen Händen

Dokumentarfilm, Burkina Faso / Schweiz / Deutschland 2015,

R.: Moussa Ouedraogo / Hans-Georg Eberl, OF, dt. UT, 90 Min.

In Anwesenheit der Regisseurr Moussa Quedraogo und Hans-Georg Eberl
afriques europe interact
Kooperation mit dem Netzwerk „afrique-europe-interact“.