Film

Vote for Kibera

Kenia / Tschechische Republik, 2018, R.: Martin Páv, 86 Min., OF, engl. UT

Don Wilson, ein freiberuflicher, junger Fotograf, führt den Filmemacher Martin Páv in einen der größten Slums Afrikas am Rande der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Don ist in „Kibera“ zu Hause, in einer Welt, die ihr Eigen­leben führt, im täglichen Kampf ums Überleben. Hier drängt sich Wellblechdach an Wellblechdach. Durchschnitten von lehmigen engen Gassen und Gängen schmiegen sich Unterkünfte jeglicher Bauart eng aneinander. Die Menschen leben auf engstem Raum und versuchen doch, eine ansatzweise lebenswerte Welt für sich zu schaffen. Don gehört zu einer Gruppe von Künstlern, die kreativ ein Gegengewicht zu Müll­bergen und Gewalt erschaffen. Die HIV-infizierte Lehrerin Benta betreibt eine ­Tagesstätte und Vorschule für Kinder aus HIV-positiven Familien. Der ehemalige Boxer Tunker ­unterrichtet in seiner Boxschule Selbstverteidigung für Kinder. Der Film zeigt in außergewöhnlicher Nähe die solidarische Seite und Eigeninitiative vieler Bewohner, aber auch die alltägliche Brutalität untereinander. Der Realismus der Szenerie bekommt eine besondere Ausdruckskraft durch die Filmkamera und die parallel von Don gemachten Fotos und Kommentare.
Martin Páv, geb. 1992 in Tschechien, studierte in Prag und promovierte 2018 zum Thema „Postkoloniale Identität in Slums in Mumbai und Nairobi“. Seit 2014 arbeitet er für das Fernsehen als Regisseur und Autor. „Vote for Kibera“ ist sein sehr beeindruckendes Langfilm­debüt.