Film

Desrances

Burkina Faso, 2019, R.: Apolline Traoré, 95 Min., frz. OF, engl. UT

Francis Desrances hat sich als Migrant aus Haiti in der Elfenbeinküste gut eingelebt. Er hat Aissey geheiratet und ihre Tochter Haila ist der Mittelpunkt und Stolz der Familie. Nach zwölf Jahren ist Aissey unerwartet wieder schwanger - ein Junge! Vater Francis dreht völlig durch, endlich ein Sohn! Najac soll er heißen, ein haitianischer Name. Haila ist mit einem Mal als Mädchen nichts mehr wert, die Eltern streiten ständig. Und auch in den Straßen von Abidjan wird gekämpft, Geschäfte werden geplündert, nichts ist mehr sicher. In Francis weckt diese Gewalt das Trauma, das er in Haiti erlebt hat. Als seine hochschwangere Frau plötzlich ins Krankenhaus muss, gerät seine Welt völlig aus den Fugen. Er blendet die Realität aus und verliert sich in einer beängstigenden Welt von Verfolgung und Wahnvorstellungen. Haila versucht alles, um ihrem Vater zu helfen. Sie schlüpft in die Rolle eines Sohnes, um ihm wieder zu gefallen und ihn zu retten.
Apolline Traoré, geb. 1976 in Burkina Faso, absolvierte ein Kunst- und Filmstudium in den USA. 2001 kehrte sie nach Burkina Faso zurück und realisierte diverse Serien fürs Fernsehen und Kinofilme. 2016 hatten wir sie zu Gast mit dem Film „Moi, Zaphira“, 2017 zeigten wir „Frontière“. Ihr neuer Film „Desrances“ erhielt beim FESPACO 2019 den Zuschauerpreis.