Film

Buddha in Africa

Malawi / Südafrika, 2019, R.: Nicole Schafer, 90 Min., Mandarin / Chichewa / engl. OF, engl. UT

Enock Alu wuchs bis zu seinem sechsten Lebensjahr als Waisenjunge bei seiner Oma in einem kleinen Dorf in Malawi auf. Dann kamen Vertreter eines buddhistischen Zentrums in den Ort und boten eine gute, kostenlose Schulausbildung in ihrem Internat an. Seitdem lebt und lernt Enock unter dem strengen Regiment der chinesischen Lehrer und Erzieher. Das Zentrum wird geleitet von Master Hui Li aus Taiwan, dessen Anliegen es ist, die chinesische Kultur, Philosophie und den Buddhismus auf dem afrikanischen Kontinent zu verbreiten. Die Schule soll afrikanischen Kindern Bildung und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Neben der Wissensvermittlung, natürlich auf Chinesisch, wird viel Wert gelegt auf Sport-, Tanz- und Kampfsportausbildung. Enocks Traum ist es, Kung Fu-Darsteller zu werden. Der über mehrere Jahre gedrehte Film dokumentiert ohne kommentierende Wertung die Entwicklung Enocks unter dem Einfluss der chinesischen Kultur und die damit verbundene Entfremdung von Angehörigen, Sprache und afrikanischer Kultur.
Nicole Schafer, geb. 1980 in Südafrika, studierte in Kapstadt Kunst mit dem Schwerpunkt Film- und Fernsehproduktion. Sie arbeitet als Regisseurin, Drehbuchautorin, Cutterin und Produzentin. Ihr erster langer Dokumentarfilm „Buddha in Africa“ wurde beim „Durban International Film Festival“ als beste ­Dokumentation ausgezeichnet.