Film 2022

ADAM

Spielfilm, Marokko / Frankreich / Belgien 2019, R.: Maryam Touzani, 98 Min., arab. OF, dt. UT

Die junge, schwangere Samia zieht in den Gassen von Casablanca von Tür zu Tür auf der Suche nach Arbeit. Sie klopft auch bei der Witwe Abla an, die hausgemachtes Brot und alle Arten von selbstgemachtem, traditionellem marokkanischen Gebäck aus ihrem Fenster heraus verkauft. Nur widerwillig lässt die verschlossene Abla das Mädchen ein. Die achtjährige Tochter ist sofort begeistert von dem Besuch, ändert sich doch dadurch ihr tristes, enges Leben unter dem strengen Regiment der Mutter. Für beide Frauen beginnt ein mühsamer Prozess der Annäherung, der immer wieder zu scheitern droht. Abla verteidigt verbissen ihre Rolle als Witwe und hat doch verborgene Träume. Samia hat ihr Dorf verlassen, weil ihr uneheliches Kind sein Leben lang ein „Bastard“ sein würde, sie hätte dadurch ein eigenes Familienleben verspielt. Deshalb lehnt sie auch nach der Geburt jede emotionale Bindung zu ihrem Kind ab und besteht vehement auf einer Adoption.
Maryam Touzani, geb. 1980 in Tanger, Marokko, studierte nach dem Schulabschluss in London und arbeitete zunächst in ihrer Heimat als Film-Journalistin, um dann selbst als Drehbuchautorin und Regisseurin ins Filmgeschäft einzusteigen. Nach einigen Dokumentarfilmproduktionen trat sie 2017 zum ersten Mal auch als Schauspielerin im Film „Razzia” auf, den wir 2019 gezeigt haben. Mit „Adam“, uraufgeführt beim Festival von Cannes, schickte Marokko erstmals den Film einer Frau ins Rennen um die Oscars 2020.