DAO |
Im Mittelpunkt des Films stehen Gloria und ihre Tochter Nour, die in Frankreich leben und durch den Generationenunterschied jeweils einen anderen Bezug zu Guinea-Bissau haben. Der Film zeigt die Lebensrealität einer Familie zwischen zwei Ländern anhand von zwei wichtigen Ereignissen: der Hochzeit von Nour in Frankreich und der Zeremonie zu Ehren ihres verstorbenen Vaters in Guinea-Bissau. Dabei gehen Vergangenheit und Gegenwart, Leben und Tod, Realität und Fiktion ineinander über.Der Film erzählt von einer Generation, die zwischen Orten, Zeiten und Erinnerungen lebt. Dabei porträtiert der Regisseur Familie als ein Netzwerk gemeinsamer Erinnerungen, ehemaliger Weggefährt*innen und gegenseitigen Respekts – eine Gemeinschaft, die über Blutsverwandtschaft hinausweist und neue Formen des Zusammenlebens entwirft. Professionelle und Laien-Schauspieler*innen, darunter Mitglieder von Gomis' eigener Familie, improvisieren in bewusst offen angelegten Situationen. So entsteht ein immersives Werk, das Erinnerung nicht erklärt, sondern erfahrbar macht. Die Grenzen zwischen Dokumentarfilm und Fiktion lösen sich dabei nahezu auf. |
Alain Gomis ist ein französisch-senegalesischer Regisseur und Drehbuchautor. Seine poetischen Filme bewegen sich zwischen Europa und Afrika. Sie erzählen von Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit. Internationale Anerkennung erhielt er unter anderem für „Tey“ (2012) und „Félicité“ (2017), die wir beide auch auf unserem Festival zeigten. „Dao“ feierte dieses Jahr auf der Berlinale seine Weltpremiere. |

