Film 2026

KOUTÉ VWA

 

Spielfilm, Frankreich / Französisch-Guayana / Belgien 2024, R.: Maxime Jean-Baptiste, 77 Min., Französisch / Guayana-Kreolisch OF, engl. UT

Der 13-jährige Melrick verbringt seine Sommerferien bei seiner Großmutter Nicole in Cayenne, Französisch-Guayana. Fern von seinem Alltag in Frankreich entdeckt er nicht nur das Leben seiner Familie neu, sondern auch seine Begeisterung für das Trommeln. Damit weckt er Erinnerungen an seinen Onkel Lucas, ebenfalls Musiker, der elf Jahre zuvor unter tragischen Umständen ums Leben kam.Nach und nach erfährt Melrick, wie tief der Verlust die Familie bis heute prägt. Während seine Großmutter mit ihrer Trauer lebt, kämpft Lucas’ bester Freund Yannick noch immer mit Wut und dem Wunsch nach Vergeltung. Zwischen Musik, Familiengesprächen und dem Alltag in Cayenne sucht Melrick seinen eigenen Umgang mit einer Vergangenheit, die auch seine Generation berührt. „Kouté Vwa“ – Hör auf die Stimmen – verbindet dokumentarische und fiktionale Elemente. Der Spielfilm erzählt einfühlsam von Trauer, Erinnerung und familiären Wurzeln – aber auch von der Möglichkeit, einen anderen Weg als den der Gewalt zu wählen.
Maxime Jean-Baptiste wuchs in Frankreich in der guayanischen und westindischen Diaspora auf. In seinen Filmen beschäftigt er sich mit Kolonialgeschichte, Erinnerung und den Spuren vergangener Traumata in der Gegenwart. „Kouté Vwa“ ist sein erster Langfilm und wurde 2024 beim Filmfestival von Locarno mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.