Film 2026

SOUMSOUM – Die Nacht der Sterne

 

Spielfilm, Frankreich / Tschad 2026, R.: Mahamat-Saleh Haroun, 101 Min., Französisch OF, dt. UT

In sorgfältig komponierten Bildern und ruhigen Einstellungen erzählt der Spielfilm die Geschichte der 17-jährigen Kellou, die über die Gabe des Sehens verfügt. Doch ihre besondere Fähigkeit macht sie im Dorf zur Außenseiterin: Kellous Mutter starb bei ihrer Geburt, und die Dorfbewohner*innen geben dem Mädchen die Schuld daran.Erst als Kellou Aya kennenlernt, beginnt sie, ihre Gabe anders zu verstehen. Aya ist eine hellsichtige Hebamme, die schwer krank am Rand des Dorfes lebt und von den Dorfbewohner*innen ebenfalls gefürchtet wird. Sie machen sie für die sintflutartigen Überschwemmungen und die mysteriösen Todesfälle unter Kindern verantwortlich. Aya hat einst Kellous Mutter bei ihrer Geburt geholfen und kennt deshalb die besondere Fähigkeit des Mädchens. Sie zeigt Kellou, dass das Sehen kein Fluch sein muss, sondern ein Geschenk sein kann. Zugleich vermittelt sie ihr ein Wissen, nach dem alles Lebendige miteinander verbunden ist – ein Wissen, das auf eine Zeit vor dem Islam zurückgeht und allmählich zu verschwinden droht.
Mahamat-Saleh Haroun ist ein tschadischer Regisseur, der erst Film und dann Journalistik in Frankreich studierte. Er arbeitete zunächst freiberuflich für Zeitungen und Rundfunksender und realisierte Kurzfilme. 1999 drehte er seinen preisgekrönten Langfilm „Bye Bye Africa“. 2012 eröffnete sein grandioser Spielfilm „Un homme qui crie“ unser allererstes Filmfestival in Hamburg, 2015 zeigten wir von ihm „Grigris“.