Film 2021

Verkaufte Götter

Deutschland, 2019, R.: Peter Heller, 101 Min., deutsch OF,  UT

Seit Beginn der Kolonialzeit vor ca. 200 Jahren sind Kunst- und Kulturschätze der Völker des afrikanischen Kontinents in Museen und privaten Sammlungen gelandet - getauscht, geraubt oder im Bewusstsein vieler Sammler*innen „gerettet“ worden. Deutsche Museen verbergen im Fundus die reichsten Kollektionen aus Afrika. Bei uns gut behütete Ausstellungsstücke in Glasvitrinen sind aus afrikanischer Sicht all ihrer Wertigkeit beraubt. Denn Masken und Kultgegenstände bilden eine Einheit mit dem realen Leben der Menschen. Der Film belegt das mit Voodo-Ritualen in Togo oder kultischen Riten in Benin. Geschichtsbewusste Afrikaner*innen, wie der senegalesische Sozialwissenschaftler Felwine Sarr, klagen heute europäische Museen als Sammelort von „Raubkunst“ an und fordern eine Wiedergutmachung und die Rückführung der Kunstgegenstände. Die Politologin und Panafrikanistin Dr. Aissa Halidou aus Niger und der Kunsthistoriker Dr. Romuald Tchibozzo aus Benin vermitteln in der vielschichtigen Dokumentation einen eigenen, persönlichen Zugang zur traditionellen Kunst ihres Kontinents und hinterfragen die Motive der Europäer - den „Blick der Weißen“ von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.
Peter Heller, geb. 1946 in Prag, ist deutscher Dokumentarfilmregisseur, Autor und Produzent. Er studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. In seinen Filmen greift er Themen auf, die auf Imperialismus und Kapitalismus zurück­zuführen sind.