Film 2021

Downstream to Kinshasa

D. R. Kongo, 2020, R.: Dieudo Hamadi, 90 Min., Lingala / Swahili OF, engl. UT

Im Sommer 2000 lieferten sich ugan­dische und ruandische Truppen in Kisangani, einer Grenzstadt der Demokratischen Republik Kongo, eine verheerende Schlacht mit Tausenden von Toten und Verletzten. Der Internationale Gerichtshof verurteilte Uganda als Aggressor zur Zahlung von einer Milliarde US-Dollar an die zivilen Opfer. Doch bis heute warten die Menschen vergeblich auf die finanzielle Entschädigung. Deshalb beschließt die „Vereinigung der Opfer“ in die Hauptstadt Kinshasa zu reisen, um ihrem Rechtsanspruch Nachdruck zu verleihen. Vom Regisseur Dieudo Hamadi in Szene gesetzt, bewegen sich Kriegsversehrte auf tiefschwarzer Bühne und singen vom vergossenen Blut, vom vergessenen Geld. Dann machen sie sich auf den Weg. Der Filmemacher begleitet die Frauen und Männer auf ihrer langen, beschwerlichen Reise auf einem Lastenkahn den Kongo hinab. Zwischen Waren und anderen Passagieren eingezwängt, herrscht eine beklemmende Enge, trotzdem eine gelassene Heiterkeit, aber auch eine zwischen­menschliche Dynamik, die ihnen alles abverlangt.
Dieudo Hamadii, geb. 1984 in Kisangani, D.R. Kongo, ist ­Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann. In seinen Filmen greift er politische Konflikte und Widerstandskämpfe in seinem Land auf. 2017 haben wir den Film „Mama Colonel“ gezeigt und 2018 „Kinshasa Makambo“. „Downstream to Kinshasa“ wurde 2020 als erster kongolesischer Film für das Filmfestival in Cannes ausgewählt. Beim DOK-Filmfestival Leipzig 2020 gewann er den 1. Preis, die Goldene Taube.