Film 2021

The Last Shelter

Mali / Frankreich, 2021, R.: Ousmane Zoromé Samassékou, 85 Min., Bambara / Mooré / frz. / engl. OF, engl. UT

Die Wüste ist nicht einfach nur eine Anhäufung von Sand. Der Wind entlockt ihr ein seltsames Pfeifen. Ist es ein Rufen oder Klagen? In einer karitativen Unterkunft in Mali am Rande der Sahara sammeln sich Frauen und Männer, die sich in Richtung Europa aufgemacht haben. Sie, die jetzt zweifeln oder schon erschöpft sind, bekommen ein Dach, ein Bett, ärztliche Hilfe. Hier tauschen sie sich aus über Schlepperpreise, Reiserouten, Zielländer und Gefahren, die besonders für Frauen auf dem Weg lauern. Die Mitarbeitenden der Caritas-Einrichtung ­versuchen, die Gestrandeten dazu zu bewegen, wieder umzukehren. Doch das scheint unmöglich - für einige, weil die Scham zu groß ist, es nicht geschafft zu haben, und für andere, weil sie gar kein Zuhause haben. Der Regisseur Samassékou bindet bewegende Lebensgeschichten der Migrant*innen ein in faszinierende Bilder der Wüste, ihre Weite und tödliche Unberechenbarkeit. Der Film ist eine ergreifende Dokumentation über Migration aus afrikanischer ­Perspektive.
Ousmane Zoromé Samassékou, geb. in Mali, studierte am Conservatory of Multimedia Arts and Crafts in Bamako und hat einen Master in Dokumentarfilm der Gaston Berger Universität in Saint Louis, Senegal. Er ­arbeitet als Produzent, Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann und Cutter. „Le dernier refuge“ ist Teil eines Filmprojekts von „Generation Africa“ zum Thema Migration, ausschließlich von jungen afrikanischen Regisseur*innen realisiert.