Film 2021

Just a Movement

Senegal / Belgien, 2021, R.: Vincent Messen, 110 Min., frz. / Wolof / Mandarin OF, engl. UT

Im Mittelpunkt des Films steht Omar Blondin Diop, ein linker senegalesischer Aktivist, der 1973 mit nur 26 Jahren unter bis heute ungeklärten Umständen im Gefängnis auf der Insel Gorée, in der Nähe der Hauptstadt Dakar, zu Tode kam. In den 1960er Jahren studierte Blondin Diop Philosophie in Paris und engagierte sich in der Studentenbewegung. Im Film „La Chinoise“ von Jean-Luc Godard spielte er 1967 einen maoistischen Studenten. „Juste un Mouvement“ ist eine freie Interpretation des alten Films, in dem die Rollen und Charaktere fünfzig Jahre später in Dakar neu definiert werden und die Handlung aktualisiert wird. In kunstvoll fragmentierten Szenen zeichnet der Film die Beziehung zwischen Politik, Gerechtigkeit und Erinnerung an Omar Blondin Diop. Rapper und Künstler, die Aktivist*innen von „Y’en a marre“ und ­intellektuelle Denker wie Felwine Sarr setzen heute den Kampf um Freiheit, Selbstbestimmung und afrikanische Identität fort.
Vincent Messen, geb. 1971 in Baltimore, USA, studierte Journalismus und Kulturpolitik und arbeitet als Filmemacher, ­bildender Künstler und Autor in Brüssel. Seine Videoarbeiten werden international auf Festivals und in Ausstellungen ­präsentiert.